Eine kleine Geschichte

Diese Geschichte beginnt an einem unbekannten und zauberhaften Ort in der Wüste. Es ist ein einsamer Ort, an dem die Felsen sich in der Abendsonne dunkelrot färben. Scheinbar jeder Augenblick ändert das Farbenspiel der Natur. Der Sand glitzert wie Milliarden kleiner Sterne, ein feiner Wind trägt ihn davon. Da liegt es – das Kleine im Grossen und das Grosse im Kleinen. Ich sitze einfach so da bis es dunkel wird. Irgendwann stehen sie dann tatsächlich am Himmel – die richtigen Sterne und sie erscheinen mir zum Greifen nah.

Der Blick in den Himmel lässt mich ganz ohne Verstand verstehen, warum es ein Volk gibt, dass nur unter freiem Himmel schläft…“weil die Decke eines Zeltes uns sonst vom Himmel trennen würde“… Ja natürlich, würde es das…Ich frage mich beim Blick in die Nacht, ob wir alle am östlichen Rand der Milchstrasse wohnen? Aber bevor ich mich in dieser Frage verliere, erscheint ein kleiner Fuchs hinter dem Felsen, er nähert sich langsam und setzt sich neben mich – ich schaue ihn an und denke mir, er ist bestimmt verwandt mit dem Fuchs des kleinen Prinzen. Da bin ich mir fast ganz sicher. Ich spreche nicht mit ihm, sondern wir sitzen beide einfach so da und betrachten den Himmel.

Nach einer Weile erscheint ein gut gekleideter Herr in einem Anzug, er trägt eine Taschenuhr in seiner linken und einen Aktenkoffer in der rechten Hand. Woher er kommt, das haben wir nicht verstanden, aber er möchte offensichtlich mit uns sprechen. In seinem Aktenkoffer sind alle Fakten des Lebens sauber aufbereitet, sagt er und wartet auf eine Antwort von uns. Aber wir antworten ihm nicht, denn wir lauschen gerade der Musik, die in der Stille der Nacht liegt. Ich höre den Mann fragen, wie lange das Musikstück denn noch dauert…Warum er das fragt, frage ich mich…? Er sammelt eben Fakten und trägt sie fein säuberlich zusammen, sage ich mir dann. Der kleine Fuchs und ich, wir wissen nicht, wie lange die Musik in unseren Ohren klingt. Wir kennen die Antwort nicht. Der Mann im Anzug entscheidet sich, dass es gerade hier, keine Fakten zu sammeln gibt –deshalb zieht er unbeirrt weiter. Er hat noch einiges vor– in der Wüste gibt es jede Menge Dinge zu zählen und zu dokumentieren…Der kleine Fuchs ist ganz nahe an mich herangerückt und ich spüre seinen Herzschlag. Wir sitzen wieder alleine da und lauschen dem Klang der Wüste.